Die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert Kliniken, die für eine bestimmte Krebsart nachweisbar bestimmte Anforderungen erfüllen: Mindestfallzahlen, eine wöchentliche Tumorkonferenz mit allen beteiligten Fachrichtungen, Behandlung nach Leitlinie, feste Kooperationen mit Pathologie, Strahlentherapie, Psychoonkologie und Selbsthilfe, und eine jährliche Überprüfung durch externe Auditoren. Für die Urologie gibt es Zentren für Prostatakrebs, Harnblasenkrebs, Nierenkrebs, Hodenkrebs und Peniskrebs. Kliniken, die mehrere dieser Zertifikate halten, können sich als Uroonkologisches Zentrum zertifizieren lassen. Das Zertifikat gilt drei Jahre und muss dann erneuert werden; die Anforderungen werden laufend verschärft.
Die vom Innovationsfonds geförderte Studie „Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“ (WiZen) verglich für elf Krebsarten das Überleben von Patienten, die in einem zertifizierten Zentrum erstbehandelt wurden, mit dem von Patienten in nicht zertifizierten Kliniken. Grundlage waren die Abrechnungsdaten von rund 22 Millionen AOK-Versicherten sowie vier klinische Krebsregister, Behandlungsjahre 2009 bis 2017, über tausend Krankenhäuser. Die Forscher um Jochen Schmitt von der TU Dresden und Monika Klinkhammer-Schalke vom Tumorzentrum Regensburg rechneten Alter, Begleiterkrankungen, Tumorstadium und Klinikgröße heraus, damit nicht einfach größere Häuser mit jüngeren Patienten besser abschneiden.
Das Ergebnis: Bei allen elf Krebsarten lag die Sterblichkeit in zertifizierten Zentren niedriger. Statistisch gesichert und in beiden Datenquellen übereinstimmend war der Vorteil beim Darmkrebs, beim Brustkrebs, beim Gebärmutterhalskrebs, bei Hirntumoren und beim Prostatakrebs. Der relative Überlebensvorteil lag je nach Tumorart zwischen 3 und 23 Prozent. Beim Prostatakrebs wurden über 24.000 Patienten aus zertifizierten und 57.000 aus nicht zertifizierten Häusern verglichen. Der Vorteil war bei lokal begrenzten und lokal fortgeschrittenen Tumoren deutlicher als bei bereits metastasierten.
Trotz der Empfehlungen des Nationalen Krebsplans werden in Deutschland noch immer rund 40 Prozent aller Krebspatienten in nicht zertifizierten Krankenhäusern erstbehandelt. Beim Prostatakrebs war es im Untersuchungszeitraum sogar die Mehrheit. Dabei ist die Zahl der zertifizierten urologischen Zentren hoch: OncoMap, die Datenbank der Deutschen Krebsgesellschaft, listet derzeit 433 uroonkologische Organzentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz und 119 Uroonkologische Zentren. Wer sie sucht, findet sie dort; wer sie aber mit Fallzahlen und Verfahren vergleichen will, musste bisher zwei Quellen nebeneinanderlegen.
UroMaps, der Klinikfinder von UroWissen, verbindet ab heute beides. Für jede der 459 urologischen Fachabteilungen in Deutschland zeigt er, ob und wofür sie von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert ist: Prostatakrebs, Harnblasenkrebs, Nierenkrebs, Hodenkrebs, Peniskrebs oder als Uroonkologisches Zentrum. 167 Abteilungen tragen mindestens ein Zertifikat, 155 davon für Prostatakrebs. Mit einem Häkchen lässt sich die Liste auf zertifizierte Zentren beschränken, und wer einen Eingriff wählt, etwa die radikale Prostatektomie, sieht nur die Zentren, die für genau diese Krebsart zertifiziert sind, sortiert nach der Zahl der Eingriffe. Auf den Stadtseiten für die zwölf größten Städte steht das Zertifikat direkt an der Klinik.
Damit beantwortet der Klinikfinder die zwei Fragen, die bei der Klinikwahl zählen, auf einen Blick: Wie oft macht diese Klinik den Eingriff, und erfüllt sie die geprüften Strukturanforderungen für meine Krebsart. Beides ersetzt nicht das Gespräch mit dem behandelnden Urologen, aber es macht es besser vorbereitet.