Die Abtragung eines Blasentumors ueber die Harnroehre, kurz TUR-B, wird zunehmend ambulant gemacht. Man geht am selben Tag nach Hause.
Eine Studie aus Baltimore hat geprueft, ob ein festes Programm rund um den Eingriff die Erholung verbessert: Aufklaerung vorher, abgestimmte Narkose, festgelegtes Vorgehen danach.
Ergebnis: weniger Schmerzen beim Wasserlassen, weniger Beschwerden insgesamt, und deutlich seltener unfreiwilliger Urinverlust am Tag nach dem Eingriff.
Die Blasentumor-Abtragung ueber die Harnroehre ist der haeufigste Eingriff beim Blasenkrebs. Sie entfernt den Tumor und liefert das Gewebe fuer die Untersuchung. Beschwerden danach sind haeufig: Brennen, Harndrang, manchmal unfreiwilliger Urinverlust.
Die EMBRACE-Studie am Johns Hopkins Hospital hat 100 Patienten zufaellig zwei Gruppen zugeteilt. Die eine bekam das uebliche Vorgehen, die andere ein Programm, das die Erholung in den Mittelpunkt stellt: strukturierte Aufklaerung vor dem Eingriff, abgestimmte Narkose und ein festgelegtes Vorgehen danach.
Gemessen wurde mit einem Fragebogen zur Erholung, der von 0 bis 150 reicht. Die Gruppe mit dem Programm lag am Operationstag und am Tag danach bei 137 Punkten, die Vergleichsgruppe bei 125.
Deutlicher waren die einzelnen Beschwerden. Schmerzen an der Harnroehre fielen von 4,0 auf 2,4, Brennen beim Wasserlassen von 4,4 auf 2,6. Unfreiwilliger Urinverlust am Tag danach trat bei 14 statt bei 41 von hundert Behandelten auf.
Keine dieser Massnahmen ist neu oder teuer. Es geht um Aufklaerung, Abstimmung und ein festes Vorgehen, nicht um ein neues Geraet oder ein neues Medikament.
Wenn bei Ihnen eine ambulante Blasentumor-Abtragung ansteht, ist die Frage danach berechtigt: Wie werde ich vorbereitet, welche Narkose ist geplant, was ist danach vorgesehen? Die Studie kommt aus einem einzelnen Zentrum in den USA, das Ergebnis ist also nicht ohne Weiteres auf jede Klinik uebertragbar.
Die Verlagerung der TUR-B aus dem Krankenhaus in die Ambulanz laeuft in Deutschland seit der Einfuehrung der Hybrid-DRG. Damit verschiebt sich auch die Verantwortung: Was frueher eine Nacht auf Station abgefedert hat, muss jetzt vor dem Eingriff geregelt sein.