Lexikon

Wilms-Tumor

Wilms-Tumor, auch Nephroblastom, ist der häufigste bösartige Nierentumor bei Kindern. Er tritt meist zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr auf, in Deutschland bei etwa 100 Kindern im Jahr. Benannt ist er nach dem Heidelberger Chirurgen Max Wilms. Die Heilungsraten gehören mit über 90 Prozent zu den besten in der Kinderonkologie.

Wie er auffällt: Meist als schmerzlose, von den Eltern beim Baden oder Anziehen ertastete Vorwölbung des Bauches bei einem ansonsten gesunden Kind. Seltener Bauchschmerzen, Blut im Urin, Fieber, Bluthochdruck oder Appetitlosigkeit. Bei etwa fünf Prozent sind beide Nieren betroffen. Manche Fehlbildungssyndrome erhöhen das Risiko; betroffene Kinder werden regelmäßig per Ultraschall untersucht.

Behandlung in Europa: Anders als in den USA, wo sofort operiert wird, beginnt die Behandlung nach dem europäischen Protokoll der SIOP mit einer vier- bis sechswöchigen Chemotherapie ohne vorherige Biopsie, die den Tumor verkleinert und das Risiko senkt, dass er bei der Operation einreißt. Dann folgt die Entfernung der Niere mit dem Tumor, bei beidseitigem Befall nierenerhaltend. Nach dem Stadium und dem feingeweblichen Typ richtet sich, ob eine weitere Chemotherapie und eine Bestrahlung nötig sind.

Nach der Behandlung: Die Kinder wachsen mit einer Niere normal auf. Die Nachsorge kontrolliert über Jahre Lunge und verbliebene Niere per Ultraschall und Röntgen, weil Rückfälle meist in den ersten zwei Jahren auftreten. Spätfolgen der Behandlung wie Herzschwäche nach Doxorubicin oder Fruchtbarkeitsstörungen nach Bestrahlung sind selten, werden aber in der Langzeitnachsorge beobachtet. Die Behandlung gehört ausschließlich in kinderonkologische Zentren.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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