Lexikon

Vasektomie

Vasektomie ist die Sterilisation des Mannes durch Durchtrennung der beiden Samenleiter. Sie ist die sicherste Verhütungsmethode überhaupt mit einer Versagerquote unter einem pro 1.000, ein kleiner ambulanter Eingriff in örtlicher Betäubung und in Deutschland deutlich seltener als in anderen Ländern: Etwa drei Prozent der Männer sind sterilisiert, in Großbritannien oder Kanada rund 20 Prozent.

Ablauf: Durch eine kleine Öffnung im Hodensack, bei der Skalpell-freien Technik nur einen Millimeter groß, wird jeder Samenleiter hervorgeholt, ein Stück entfernt, die Enden werden verschlossen und in verschiedene Gewebeschichten verlagert. Dauer 15 bis 30 Minuten, danach zwei bis drei Tage Schonung, eine Woche kein Sport, Sex nach einer Woche. Der Eingriff kostet 400 bis 600 Euro und wird von den Krankenkassen nicht bezahlt.

Wichtig danach: Die Sterilität tritt nicht sofort ein. In den Samenwegen oberhalb der Durchtrennung lagern noch Spermien, die erst durch etwa 20 bis 30 Samenergüsse ausgeschwemmt werden. Bis zum Spermiogramm nach etwa drei Monaten, das keine beweglichen Spermien mehr zeigen darf, muss weiter verhütet werden. Etwa einer von 200 Eingriffen muss wiederholt werden, weil die Enden wieder zusammenwachsen.

Folgen und Umkehr: Hormone, Libido, Erektion, Orgasmus und Ejakulat bleiben unverändert, das Ejakulat besteht zu über 95 Prozent aus Prostata- und Samenblasensekret. Ein bis zwei Prozent der Männer entwickeln chronische Schmerzen im Hoden, das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom. Die Vasektomie erhöht das Risiko für Prostatakrebs nach heutigem Stand nicht. Eine Umkehr (Vasovasostomie) ist mikrochirurgisch möglich, gelingt in den ersten Jahren bei über 80 Prozent technisch, führt aber nur bei etwa der Hälfte zur Schwangerschaft und kostet mehrere tausend Euro. Die Entscheidung sollte deshalb als endgültig betrachtet werden.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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