Lexikon

BCG-Instillation

BCG-Instillation ist die Einbringung von Bacillus Calmette-Guérin, einem abgeschwächten Tuberkulose-Impfstamm, in die Harnblase zur Behandlung des oberflächlichen Blasenkrebses mit hohem Risiko. Sie ist die wirksamste Immuntherapie der Urologie und seit den 1970er Jahren im Einsatz: Das Immunsystem wird in der Blasenwand aktiviert und zerstört verbliebene Tumorzellen.

Für wen: Für nicht muskelinvasive Blasentumoren mit hohem Risiko: Carcinoma in situ, high-grade-Tumoren und Tumoren, die in die Bindegewebsschicht eingewachsen sind (T1). Bei mittlerem Risiko ist BCG eine Alternative zur Chemotherapie-Spülung mit Mitomycin. Die Instillation beginnt zwei bis vier Wochen nach der vollständigen Abtragung des Tumors, wenn die Blasenwand verheilt ist.

Schema: Induktion mit sechs wöchentlichen Instillationen, danach Erhaltung mit je drei wöchentlichen Gaben nach drei, sechs und zwölf Monaten, bei hohem Risiko weiter alle sechs Monate bis drei Jahre. Die Lösung wird über einen dünnen Katheter eingebracht und zwei Stunden in der Blase gehalten, dann im Sitzen ausgeschieden; die Toilette wird danach mit Chlorreiniger desinfiziert, sechs Stunden lang. In den ersten Tagen Brennen, Drang, leichtes Fieber und Abgeschlagenheit sind normal und Zeichen der gewünschten Immunreaktion.

Wirkung und Probleme: BCG senkt die Rückfallrate um etwa 40 Prozent und das Risiko des Fortschreitens zum muskelinvasiven Tumor um etwa ein Viertel. Nebenwirkungen: Blasenreizung bei den meisten, Fieber über 38,5 Grad, Gelenkschmerzen, selten eine Ausbreitung der Bakterien mit Lungen- oder Prostatabeteiligung, die mit Tuberkulosemedikamenten behandelt wird. Nicht gegeben wird BCG bei Blut im Urin, Infekt, traumatischem Katheterismus oder Immunschwäche. Seit Jahren gibt es weltweit Lieferengpässe, weshalb Dosis und Erhaltungsdauer oft reduziert werden.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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