Bei der radikalen Entfernung der Prostata wegen Krebs zeigt sich die deutlichste Verschiebung. Von 34.156 Eingriffen erfolgten 86,3 Prozent minimalinvasiv, also laparoskopisch oder roboterassistiert. Offen über einen Bauchschnitt wurde nur noch bei 13,4 Prozent operiert, der Zugang über den Damm kam auf 93 Fälle im ganzen Jahr.
Bei 67 Prozent der Eingriffe wurde nervenerhaltend operiert. Für Betroffene ist das die Zahl, die über die Aussicht auf eine erhaltene Erektionsfähigkeit mitentscheidet.
In 51.570 urologischen Fällen kam 2025 ein Operationsroboter zum Einsatz, das sind knapp sieben Prozent aller Fälle der Fachabteilung. In 50.768 davon handelte es sich um ein mehrarmiges System.
Bemerkenswert ist der Vergleich mit den Prostataentfernungen: Die Robotikzahl liegt um rund 17.000 Fälle höher. Der Roboter wird also in erheblichem Umfang bei anderen Eingriffen eingesetzt, etwa bei Nierenteilresektionen und Blasenentfernungen.
Das überraschendste Ergebnis betrifft die Steinbehandlung. Von den stationären Behandlungen entfielen 94,8 Prozent auf endoskopische Verfahren über die Harnröhre und nur 5,2 Prozent auf die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie. In absoluten Zahlen: 45.844 gegenüber 2.494.
Ein Teil der Erklärung liegt darin, dass die Stoßwellenbehandlung häufig ambulant erfolgt und in dieser Auswertung fehlt. Der technische Grund für die Verschiebung ist aber ablesbar: In 24.965 Fällen wurde ein flexibles Ureterorenoskop eingesetzt, mit dem sich auch Steine im Nierenbecken direkt erreichen lassen.
Die mit Abstand häufigste Maßnahme im stationären urologischen Alltag ist übrigens keine Operation, sondern die Harnleiterschiene: 116.370 Einlagen, 71.395 Wechsel und 33.425 Entfernungen.
Von 98.252 Eingriffen entfielen 60 Prozent auf die klassische Elektroresektion über die Harnröhre. Auf 31,9 Prozent kam bereits die Enukleation, also das vollständige Ausschälen des vergrößerten Innenteils, meist mit Holmium- oder Thulium-Laser. Der Holmium-Laser wurde in 17.279 Fällen eingesetzt, der Thulium-Laser in 9.435.
Die offene Operation über einen Bauchschnitt macht nur noch gut drei Prozent aus.
109.370 Eingriffe an Blasentumoren über die Harnröhre stehen 6.822 radikalen Blasenentfernungen gegenüber. Dieses Verhältnis bildet die Erkrankung gut ab, weil die meisten Blasentumoren bei Entdeckung oberflächlich sind.
Bemerkenswert ist die Verbreitung der Fluoreszenzdiagnostik: Von 99.372 Abtragungen und Ausschneidungen erfolgten 29.347 fluoreszenzgestützt, also fast jede dritte. Damit ist das Blaulichtverfahren, mit dem sich flache Tumoren und Krebsvorstufen besser erkennen lassen, längst kein Nischenverfahren mehr.
Bei der Blasenentfernung wurde in 1.131 Fällen eine Ersatzblase aus Dünndarm gebildet, also bei etwa jedem sechsten Eingriff. Die große Mehrheit erhält eine Ableitung über die Bauchdecke.
12.323 Teilresektionen stehen 7.770 vollständigen Nierenentfernungen gegenüber, deutlich zugunsten des Organerhalts. Die Teilresektion erfolgte zu 74 Prozent minimalinvasiv, die radikale Entfernung zu 53 Prozent.
Drei von vier Behandelten sind Männer. Sechs von zehn sind 65 Jahre oder älter, jeder Fünfte ist über achtzig. In den Nebendiagnosen findet sich bei 41 Prozent ein Bluthochdruck, bei 15 Prozent ein Typ-2-Diabetes, und 12 Prozent nehmen dauerhaft Gerinnungshemmer.
Die häufigsten Anlässe für eine stationäre Aufnahme waren die gutartige Prostatavergrößerung mit 74.626 Fällen und der Prostatakrebs mit 70.918, dicht gefolgt vom Harnstau durch einen Harnleiterstein mit 54.424 Fällen.
Die vollständige Auswertung mit allen Diagrammen finden Sie unter Urologie in Zahlen.
