Therapie

Rezūm und UroLift: 5-Jahres-Daten bestätigen Ejakulationserhalt bei BPH

April 2026
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Bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung haben sich in den letzten Jahren minimalinvasive Verfahren etabliert, die ohne Schnitt und ohne Gewebeentfernung auskommen. Zwei Methoden sind dabei besonders verbreitet. Die Wasserdampftherapie unter dem Markennamen Rezum und das mechanische Anheben der Prostatalappen unter dem Namen UroLift. Beide Verfahren werben mit einem zentralen Versprechen, das viele Männer anspricht: dem weitgehenden Erhalt der Sexualfunktion, insbesondere der Ejakulation. Mit den nun veröffentlichten Fünf-Jahres-Daten lässt sich erstmals beurteilen, ob das Versprechen auch langfristig hält.

Zwei sehr unterschiedliche Verfahren

Bei der Wasserdampftherapie wird unter Lokalanästhesie und leichter Sedierung über eine dünne Sonde durch die Harnröhre eine kleine Menge Wasserdampf in das Prostatagewebe abgegeben. Der Dampf zerstört das überschüssige Gewebe lokal und schonend, ohne dass Schnitte oder elektrischer Strom nötig sind. Über mehrere Wochen wird das behandelte Gewebe vom Körper resorbiert und macht so den Weg für den Urinabfluss frei. UroLift arbeitet mit einem ganz anderen Prinzip. Hier werden kleine Implantate aus Nitinol unter Sedierung in die Prostata eingebracht, die das vergrößerte Gewebe seitlich nach außen ziehen und so den Harnröhrendurchgang offen halten. Das Gewebe selbst bleibt erhalten, es wird nur mechanisch beiseite gerafft.

Wirksamkeit über die Jahre

Die Datenlage zur Wirksamkeit ist mittlerweile robust. Die zulassungsrelevanten Studien beider Verfahren haben gezeigt, dass die Symptome der Prostatavergrößerung deutlich besser werden, gemessen am Internationalen Prostata Symptomscore. Auch der maximale Harnstrahl verbessert sich messbar. Der Effekt ist allerdings nicht so ausgeprägt wie bei klassischen Verfahren wie der TUR-P oder der HoLEP-Laserausschälung. Die Patienten profitieren spürbar, aber nicht maximal. Im Gegenzug erholen sie sich schneller, ein Krankenhausaufenthalt ist meist nicht nötig, ein Dauerkatheter wird nur kurz oder gar nicht benötigt.

Der besondere Vorteil bei der Ejakulation

Der wichtigste Vorteil zeigt sich beim Erhalt der Ejakulation. Während nach einer klassischen TUR-P bei etwa 70 Prozent der Männer eine retrograde Ejakulation auftritt, also der Samen statt nach außen in die Blase fließt, bleibt diese Funktion bei Rezum und UroLift in über 95 Prozent der Fälle erhalten. Die jetzt veröffentlichten Fünf-Jahres-Daten bestätigen diesen günstigen Effekt langfristig. Auch die erektile Funktion wird durch beide Verfahren nicht beeinträchtigt, in einigen Auswertungen verbessert sie sich sogar leicht. Damit sind die Verfahren besonders attraktiv für Männer, denen der Erhalt ihrer Sexualfunktion wichtig ist.

Wo die Verfahren an Grenzen stoßen

Es gibt aber auch Schattenseiten, die mit den Langzeitdaten deutlicher werden. Die Wirkung beider Verfahren ist nicht so dauerhaft wie bei den klassischen Operationen. Etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Patienten benötigen innerhalb von fünf Jahren eine erneute Behandlung, weil die Symptome wiederkehren. Bei der TUR-P liegt diese Rate deutlich niedriger. Auch bei besonders großen Drüsen über etwa 80 Milliliter sind beide Verfahren weniger geeignet. Wer sich für eine minimalinvasive Methode interessiert, sollte das offen mit dem behandelnden Urologen besprechen. Für jüngere Männer mit moderater Prostatavergrößerung und starkem Wunsch nach Ejakulationserhalt sind Rezum und UroLift gute Optionen. Für Männer mit großer Drüse, schweren Symptomen oder dem Wunsch nach einer einmaligen, dauerhaften Lösung bleiben die klassischen Verfahren oft die bessere Wahl.

Quellen

  1. Bilhim, T., Pisco, J., Tinto, H. R., et al. (2026). Minimally invasive surgical therapies for benign prostatic hyperplasia in 2026: a network meta-analysis of long-term outcomes. European Urology, 89(5), 555–567.
  2. McVary, K. T., Gange, S. N., Gittelman, M. C., et al. (2021). Five year results of water vapor thermal therapy for the treatment of lower urinary tract symptoms secondary to benign prostatic hyperplasia. Urology, 153, 241–248.
  3. Roehrborn, C. G., Barkin, J., Gange, S. N., et al. (2017). Five year results of the prospective randomized controlled prostatic urethral L.I.F.T. study. Canadian Journal of Urology, 24(3), 8802–8813.
  4. Gravas, S., Cornu, J. N., Gacci, M., et al. (2024). EAU Guidelines on Management of Non-Neurogenic Male Lower Urinary Tract Symptoms. European Association of Urology, Arnhem.